
23.08.2010
Rapid Wien hat am Sonntag den bereits dritten Pflichtspielsieg in den vergangenen acht Tagen gefeiert. Die Hütteldorfer kamen dank Treffern von Innenverteidiger Jürgen Patocka (39.) und Stürmer Nikica Jelavic (81.) zu einem hochverdienten 2:0-Auswärtserfolg über den bisher ungeschlagenen Tabellenzweiten Puntigamer Sturm Graz.
Die Rapidler, die am vergangenen Sonntag Meister Red Bull Salzburg 2:1 und Dienstagabend erneut im Hanappi-Stadion im Drittenrunden-Qualirückspiel der Europa League Beroe Stara Sagora klar 3:0 geschlagen hatten, verbesserten sich damit vorerst aber nur um einen Rang auf den siebenten Tabellenplatz.
Die Steirer, die mit sieben Punkten lediglich einen Zähler mehr auf dem Konto haben, fielen dagegen mit ihrer ersten Saisonniederlage nach der vierten Bundesliga-Runde auf den vierten Rang zurück. Vor den Augen von vier Beobachtern von Europa-League-Play-off-Gegner Juventus Turin boten die Steirer eine äußerst schwache Vorstellung.
Nach der Stinkefingeraffäre im Meisterschaftsfinish der vergangenen Saison "begrüßte" der harte Kern der Sturm-Fans in der mit 15.322 Zuschauern ausverkauften UPC-Arena Rapid-Coach Peter Pacult mit einer entsprechenden Choreographie. Die Gäste ließen sich davon aber nicht einschüchtern und dominierten in der ersten Hälfte klar, kamen allerdings nur zu wenigen hochkarätigen Chancen.
Nach einem Kopfball von Jelavic (5.), den Sturm-Goalie Gratzei abgewehrt hatte, sorgte Kavlak, der in Minute 34 angeschlagen ausgewechselt werden musste, mit einem Stangen-Streifschuss für Gefahr (22.). Im dritten Versuch klappte es dann für die Hütteldorfer: Nach einer Idealflanke von Saurer war Patocka mit dem Kopf zur Stelle und stellte auf 1:0.
Sturm enttäuschte auch nach der Pause schwer, wobei Sportdirektor Oliver Kreuzer die strapaziöse Reise zum Europa-League-Auswärtsspiel nach Georgien nicht als Entschuldigung für die extrem schwache Leistung der Grazer gelten ließ. Heikkinen hätte nach einer knappen Stunde und Hofmann-Pass sogar schon die Vorentscheidung erzwingen können, doch sein Schuss auf das Tor von Gratzei fiel zu zentral aus (60.).
Rot gegen Ex-Klub
Dass Sturm doch noch ein paar Minuten so etwas wie Hoffnung schöpfen durfte, lag an Mario Sonnleitner, der den eingewechselten Sturm-Angreifer Haas in der 71. Minute zurückgehalten hatte und dafür von Referee Dietmar Drabek wegen Torraubs mit Rot vom Platz gestellt wurde. Aber auch in Überzahl agierten die Grazer weiterhin erschreckend harmlos, während Rapid durch Dober eine weitere Topchance hatte, die Gratzei mit einer Abwehr in den Corner zunichtemachte (75.).
Für Rapid war es damit ein Leichtes, den ersten Auswärtssieg in Graz seit dem 2:0 am 2. März 2008 nach Hause zu spielen. Denn in Minute 81 war auch der engagierte Schlussmann der Steirer machtlos: Nach Vorarbeit von Hofmann und Idealpass von Dober war Jelavic zur Stelle und besorgte mit seinem zweiten Liga-Saisontor den Endstand. Es war vielleicht der letzte Treffer des Kroaten, der ja bekanntlich von den Glasgow Rangers heftigst umworben wird, im Dress des österreichischen Rekordchampions.
Sturm Graz - Rapid 0:2 (0:1)
UPC Arena, 15.322 Zuschauer, SR Drabek
Tore: 0:1 Patocka (39.), 0:2 Jelavic (81.)
Rapid: Hedl - Kayhan, Sonnleitner, Patocka, Katzer - Heikkinen, Hinum (74./Eder) - Kavlak (34./Trimmel), Hofmann, Saurer (69./Dober) - Jelavic
Rote Karte: Sonnleitner (71./Torraub)
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